Extreme tun weh

Aktualisiert: März 1

Viel Bewegung ist fester Bestandteil meines Alltags als Yogalehrerin. Neben Yoga mache ich mehrmals in der Woche Kraft- und Ausdauersport.

Nach einem Unfall durfte ich zwei Wochen keinen Sport machen, danach folgte eine Erkältung und nun verbringe ich schon die dritte Woche zu Hause. Als mein Arzt mir sagte, dass ich mir Ruhe und Entspannung gönnen soll, hatte ich erstmal ein schönes Bild in meinem Kopf: Ich zu Hause auf dem Sofa liegend, Tee trinkend, Bücher lesend, meditierend…


Die Realität sah ganz anders aus: Schon nach einem Tag zu Hause hatte ich das Gefühl, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Trotz Gehirnerschütterung und Schleudertrauma hatte ich einen großen Bewegungsdrang und auch mein Geist war unruhig. Mit Entspannung hatte das nichts zu tun! Ich hatte viel Zeit nachzudenken. Zu viel Zeit? Ängste, Sorgen, Selbstzweifel tagsüber wechselten sich mit schlechten Träumen in der Nacht ab. Manchmal bedeutet Ruhe, dass es innerlich sehr laut wird.


Zwei Wochen lang brüllte es in mir. Erst jetzt in der dritten Woche ohne Ablenkung habe ich das Gefühl, dass es leiser wird. Nächste Woche darf ich wieder Sport machen und meine Yogakurse unterrichten und ich habe mir Eines fest vorgenommen:

Ich werde wieder mehr darauf achten, dass ich die Balance zwischen Ruhe und Aktivität finde, denn Extreme tun weh.


Wer nie Sport macht und das erste Mal trainiert, wird kaum Ausdauer aber dafür vielleicht schmerzhaften Muskelkater bekommen. Wer Ruhe und Achtsamkeit im Alltag vernachlässigt und plötzlich durch äußere Umstände dazu gezwungen wird, still zu halten, muss mit schmerzhaften Gedanken und Lärm im Kopf rechnen. Wer diese Balance im Alltag findet, kann friedliche Ruhe erfahren und körperlich fit sein.


Der Termin im Fitnessstudio oder im Yogastudio steht oft im Kalender. In Vergessenheit gerät oft der „Nichts-tun-Termin“. Stille aushalten, Gedanken und Ängste zulassen, allein sein.



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