Warum Yoga bei Essstörungen hilft

Aktualisiert: März 19

Häufig werde ich gefragt, warum Yoga bei der Heilung einer Essstörung helfen kann. Yoga und Essstörungen haben eine große Gemeinsamkeit: Der Körper ist Mittel zum Zweck.


Im Yoga helfen uns Körperübungen, Meditation und Atemtechniken dabei, unsere Gedanken zur Ruhe zu bringen. Man kann sich vorstellen, dass ein Gedankenkarussell zum Stoppen gebracht wird. Körper und Geist sind eng miteinander verbunden. Wenn der Körper lernt zu entspannen und überflüssige Anspannung loszulassen, dann fällt es uns auch leichter, im Kopf Ruhe einkehren zu lassen.


Bei einer Essstörung ist das Gedankenkarussell in vollem Gange. Äußere Einflüsse, Stressoren, Ängste, Sorgen und Ansprüche lassen das Karussell immer schneller werden. An Anhalten ist kaum zu denken. Da Körper und Geist so eng miteinander verbunden sind, ist es naheliegend, die Aufmerksamkeit auf den Körper zu richten. Hunger und Sättigung sind unsere täglichen Grundbedürfnisse. Bei #Essstörungen wirken häufig zwei Mechanismen: Im ersten Fall führt übermäßiges Essen dazu, dass der Körper sich zunächst durch die Befriedigung (Sättigung) entspannen kann und das Karussell sich langsamer zu drehen scheint. Schnell nimmt das Karussell aber neue Fahrt auf, wird sogar noch schneller – Körper und Geist schreien Alarmstufe ROT. Um diesem Kontrollverlust entgegen zu wirken, ist häufig Erbrechen das Mittel der Wahl. Das Karussell wird sofort langsamer, was für eine Erleichterung. Der zweite Mechanismus setzt direkt bei der Kontrolle an. Die Gedanken kreisen so schnell, dass eine Beobachtung der Gedanken unmöglich zu sein scheint und wenn man doch hinschaut, aufs Karussell aufspringt, kann es schmerzhaft sein – ein Gefühl von Schwindel und Übelkeit. Um das Gefühl der Kontrolle wieder zu erlangen, wird die Aufmerksamkeit auch hier weg von den Gedanken, hin zum Körper gewendet. Die Nahrungsaufnahme und das Gewicht zu reduzieren, bringt das Gefühl der Kontrolle zurück und Körper und Geist kommen dadurch in einen entspannten Zustand. Leider keine Entspannung, die lange anhält. Der Teufelskreis beginnt von vorne.


Das Ziel meiner Yogastunden ist das gleiche Ziel, das ich auch in anderen Yogastunden und in meiner eigenen Yogapraxis verfolge:


Ruhe finden. Über den Körper den Zugang zum Geist finden. Der Geist darf klar werden. Diese Klarheit ermöglicht es, Gedanken ohne Schmerz und ohne Stress zu beobachten. Gedanken dürfen weiterziehen, aus dem Gedankenkarussell ausbrechen.

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